Anhaltende Wasserarmut in Mainfranken sorgt die SPD

21. April 2017

Abgeordnete Rosenthal und Halbleib: Versorgung mit Trink- und Nutzwasser gefährdet

2016 war in Mainfranken das dritte Rekord-Wärmejahr in Folge. Zugleich sank die ohnehin unterdurchschnittliche Niederschlagsmenge nochmal deutlich ab. Nachdem sich bereits im April 2017 die Grundwasserstände in der Region Würzburg und großen Teilen des Landkreises Main-Spessart auf einem extrem niedrigen Niveau befinden, schlagen nun die SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal und Volkmar Halbleib Alarm. „Hier, wo 2015 eine wochenlange Dürre herrschte, ist schon jetzt abzusehen, dass der Klimawandel auch in diesem Jahr drastische Auswirkungen haben wird“, sorgt sich SPD-Landtagsabgeordneter Georg Rosenthal um eine ausreichende Versorgung der Trinkwasserbrunnen, aber auch um Nutzwasser für die hier intensiv betriebene Landwirtschaft und den Weinbau.

Landtagskollege Volkmar Halbleib, der für die durch Landwirtschaft und Weinbau geprägten Landkreise Würzburg und Kitzungen zuständig ist, verfolgt das Thema Wasserarmut in Mainfranken bereits seit längerem und sieht die Entwicklung mit Sorge. "Die Region Würzburg gehört bayernweit zu den niederschlagärmsten Regionen. Einige der hier angebauten Sonderkulturen wie Gemüse und Beerenobst sind auf Bewässerung angewiesen, die Winzer benötigen ebenfalls eine sichere Wasserversorgung. Hier müssen wir schnellstmöglich Lösungen finden und gleichzeitig darauf achten, dass Nutzungskonflikte gelöst werden.“ 2015 seien beispielsweise die Grundwasserpegel im Raum Bergtheim (Landkreis Würzburg) zum Teil um fünf Meter gefallen, die Grundwasserneubildung lag fasst 50 Prozent unter den Werten der Vergangenheit.

Daher fordern die beiden Abgeordneten gemeinsam mit der SPD-Landtagsfraktion die Staatsregierung in einem Dringlichkeits-Antrag auf, schleunigst eine detaillierte Zustandsbeschreibung zu erstellen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen: „Wir wollen von der Regierung eine ehrliche Lagebeschreibung. Wir wollen wissen, welche Maßnahmen sie bereits ergriffen hat und welche noch geplant sind, um die Versorgungssituation vor Ort zu entschärfen.“ Für die beiden Abgeordneten ist klar: „Die Prognosen lassen befürchten, dass wir im Sommer auf dem Trockenen sitzen. Es ist fünf vor zwölf.“

Ursächlich für die Wasserengpässe sind einerseits die bayernweit vergleichsweise wenigen Niederschläge, andererseits geringere Wasserspeichermöglichkeiten der Böden aufgrund der geologischen Beschaffenheit der Region. „Es regnet weniger und das wenige Wasser, das runterkommt, kann der Boden nicht halten“, so Rosenthal. Die Folge: Seit 2015 konnte sich kaum neues Grundwasser bilden, weshalb langfristig mit einem sinkenden Grundwasserspiegel gerechnet wird. „Das bekommen die Landwirte und Wasserversorger bereits heute zu spüren, besonders die Winzer und Sonderkulterenanbauer in Unterfranken leiden darunter“, erläutert Halbleib.

Die beiden Abgeordneten haben dabei auch die kommunalen Wasserversorger im Blick und warnen vor einer Doppelbelastung. „Viele Wasserversorger müssen in den nächsten Jahren nicht nur ihr bestehendes Leitungsnetz sanieren, sondern sich auch neue Wasserquellen erschließen. Am Ende werden das die Verbraucher merken, wenn man sie zum Wassersparen anhält und die entstehenden Kosten auf sie mit umgelegt werden müssen.“

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