Diesel-Skandal: Staatsregierung muss Prüfbericht von Audi verlangen

07. August 2017

Verkehrspolitischer Sprecher Roos: Fakten müssen jetzt auf den Tisch - im Interesse des Verbrauchers und der Autoindustrie selber

Im Zuge des Diesel-Skandals fordert der verkehrspolitische Sprecher der BayernSPD-Landtagsfraktion Bernhard Roos die CSU-Staatsregierung auf, den internen Audi-Prüfbericht, der bisher unter Verschluss gehalten wird, zu verlangen und zu veröffentlichen. "Um zusätzlichen Imageschaden vom wichtigsten Wirtschaftszweig Deutschlands zu vermeiden und vor allem, um Verbraucher nicht mehr länger im Unklaren zu lassen, müssen jetzt alle Fakten auf den Tisch", betont Roos, der eine entsprechende Anfrage an die Staatsregierung vorbereitet. "Es darf nicht sein, dass hier noch mehr vertuscht wird."

VW hatte nach Bekanntwerden des Dieselskandals die US-amerikanische Anwaltskanzlei Jones Day mit Untersuchungen beauftragt - diese erstreckten sich auch auf Audi. "Wie sich ja gezeigt hat, ist die gesamte deutsche Autoindustrie in diesem beschämenden Skandal kein Kind von Traurigkeit gewesen", kritisiert Roos scharf. "Um jetzt weiteren Schaden von Audi und damit auch vom Industriestandort Bayern fernzuhalten, braucht es jetzt neben den mit der Bundesregierung beschlossenen Softwareupdates für die betroffenen Autos vor allem absolute Transparenz, um das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher irgendwann wieder herzustellen." Roos stimmt der Bundesumweltministerin Hendricks zu, dass die auf dem Gipfel beschlossenen Maßnahmen höchstens ein Schritt in die richtige Richtung sein können.

Roos verlangt darüber hinaus, dass sich die Untersuchungen auch auf die Verantwortung der oberen Managementebenen erstrecken. "Bisher wurden nur Mitarbeiter aus dem mittleren Segment für den Skandal verantwortlich gemacht. Es ist naiv zu glauben, dass die Vorstandsetage vollkommen unschuldig ist - auch hier müssen im Interesse des Vertrauens der Endverbraucher in die Autoindustrie Konsequenzen gezogen werden."

Teilen