Auszeichnung von Lifeline-Kapitän

27. Juli 2018

Rosenthal: Mitmenschlichkeit darf nicht bestraft werden

Vor den Küsten Europas ertrinken jeden Tag Menschen – von der europäischen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen starben im Jahr 2018 bisher schon 1.500 Personen im Mittelmeer. Private Initiativen und Nichtregierungsorganisationen haben in den vergangenen Jahren viele tausend Flüchtlinge vor dem Ertrinken gerettet. „Seenotrettung ist praktizierte Humanität. Das müssen wir als Gesellschaft wieder stärker würdigen“, so der Würzburger SPD-Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal. Wer Menschen vor dem Ertrinken rettet, darf dafür nicht bestraft werden.

Stellvertretend für alle Seenotretterinnen und Seenotretter erhält heute Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch den Europa-Preis der BayernSPD-Landtagsfraktion. Damit werden Personen und Organisationen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die europäische Idee und die Werte der Europäischen Union verdient gemacht haben. Als europapolitischer Sprecher seiner Fraktion hatte Rosenthal die Verleihung an Reisch maßgeblich befürwortet und unterstützt. „Herr Reisch und das Schiff Lifeline stehen beispielhaft für die vielen Menschen, die sich im Mittelmeer für Geflüchtete einsetzen und ihnen das Leben retten. Doch leider steht die Debatte um die Heldentat von Herrn Reisch auch sinnbildlich für die Verrohung der politischen Kultur in Deutschland und Europa“, so Rosenthal. Er wünsche sich mehr Mitmenschlichkeit und Anstand in dieser Debatte.