Konzept mit Zukunft: KVB unterstützt Bereitschafts-Praxen an Kliniken

29. August 2018

Aktuelle Herausforderungen setzten die Ärzte der ambulanten Gesundheits-versorgung unter Druck - Die KVB sieht auch die Politik in der Verantwortung

Eine alternde Gesellschaft, zu wenige Nachfolger und verändertes Patientenverhalten: Die Situation für die Ärzte der ambulanten Gesundheitsversorgung ist schwieriger geworden. Im Gespräch mit Georg Rosenthal und Kathrin Sonnenholzner, Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im bayerischen Landtag, erläutert Dr. Christian Pfeiffer, Facharzt für Allgemeinmedizin und regionaler Vorstandsbeauftragter der KVB für Unterfranken, die aktuellen Herausforderungen seiner Branche. Und er zeigt die simple Lösung für einige der Probleme auf.

Die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 sollte jeder kennen, die Realität sieht jedoch anders aus. Täglich gehen zahlreiche Anrufe von Patienten die gar keinen Notfall haben, deren Hausarzt allerdings geschlossen hat, an die Notrufnummer 110 und 112. Die KVB ist sich dieses Problems bewusst und hat bereits Maßnahmen, wie die Bewerbung mit Flyern, ergriffen - mit mittelmäßigem Erfolg. Rosenthal und Sonnenholzner plädieren für eine zentrale Nummer, die alle Dienste, also ärztlichen Bereitschaftsdienst, Notruf, Feuerwehr und Polizei unter ein Dach bringt. In Kombination mit gemeinschaftlich geführten Bereitschaftspraxen direkt am Krankenhaus hat man ein zukunftsträchtiges Konzept.

Auch andere Herausforderungen lassen sich dadurch bewältigen. Ärzte haben durch dieses Projekt kürzere Dienstschichten, außerdem ist es sinnvoll, dass es somit eine Anlaufstelle gibt. Auch Patienten die mit kleineren Anliegen zum Krankenhaus kommen, können direkt an die ambulante Praxis weitergeleitet werden. Herr Dr. Pfeiffer bestätigt das: „Kurzfristig hilft eine noch bessere Verknüpfung am meisten“.

Ein großes Problem stellen außerdem die fehlenden Nachfolger dar. Durch die wenigen Studienplätze steigen die hohen Anforderungen bei der Studienplatzvergabe weiter. Laut Pfeiffer bilden wir zu wenig Ärzte aus. Rosenthal meint dazu: „Das die Zulassungsgrenzen je nach Nachfrage variieren zeigt eindeutig, dass die Abiturnote kein qualitatives Kriterium beim Ausführen des Arztberufes ist. Wir müssen vom starren Notensystem bei der Platzvergabe wegkommen. Andere Bundesländer haben bereits erfolgreich andere Verfahren wie z. B. ein ausführliches Bewerbergespräch eingeführt.“