Hohe Belastung mit Stickstoffdioxid braucht eine klare Antwort

07. September 2018

Scheuers Modellstädte-Plan geht in die falsche Richtung - Bayern braucht einen leistungsfähigen Nahverkehr

Auch in Bayern haben viele Städte mit den Grenzwerten für Stickdioxid zu kämpfen. Es drohen Fahrverbote. In fünf Modellstädten in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg möchte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer darum Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und zur Verringerung der Stickstoffdioxidbelastung erproben. „Der Verkehrsminister hinkt damit seiner Zeit weit hinterher“, kommentiert der Würzburger SPD-Abgeordnete Georg Rosenthal. Statt echte Konsequenzen aus der hohen Verkehrsbelastung der Städte zu ziehen, setze Bundesverkehrsminister Scheuer auf sanfte Methoden, die andernorts längst erprobt seien. Die Auswirkungen einer Verkehrssteuerung per App oder Carsharing seien schon heute in München zu beobachten.

Ein echter Befreiungsschlag sehe anders aus: Rosenthal setzt auf einen deutlich besseren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Hierzu müsse jedoch das Bundesverkehrsministerium, aber auch die CSU-Staatsregierung deutlich mehr Geld in die Hand nehmen, fordert der Abgeordnete. Doch auch Fahrverbote oder eine City-Maut wie sie die Grünen fordern, hält der Würzburger Abgeordnete für den falschen Weg. Ein regionales Zentrum wie Würzburg lebe von den täglich ein- und auspendelnden Menschen. „Die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler brauchen eine echte und günstige Alternative zum Auto“, sagt er. Hierzu sei ein leistungsfähiges, modernes, gut vertaktetes Nahverkehrsnetz nötig: „Die Pendler dürfen nicht das ausbaden müssen, was die Staatsregierung verschlafen hat.“

Auch in Würzburg besteht Handlungsbedarf. Besonders der Mittlere Ring, die Grombühlstraße, aber auch mehrere innerstädtische Straßen haben in den vergangenen Jahren regelmäßig die Grenzwerte bei der Stickstoffdioxidbelastung überschritten. Zum Teil liegen sie doppelt so hoch als die als gesundheitlich bedenklich eingeschätzte Belastung von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Einen entscheidenden Schritt voran würde der Bau der Straßenbahnlinie 6 auf das Hubland bedeuten sowie der Ausbau des Bus- und Bahnverkehrs in die angrenzenden Landkreise. „Wohnen und ein gelungenes Mobilitätskonzept sind Medaillenseiten derselben Münze“, so Rosenthal.

Am Montag Abend diskutieren der amtierende Oberbürgermeister Ulrich Maly aus Nürnberg und der Würzburger Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal über die Themen Mobilität und Wohnen im Standard in der Oberthürstraße 11a.