Plädoyer für ein soziales Europa

04. Oktober 2018

Martin Schulz machte Würzburger Genossinnen und Genossen Mut

„Kein anderer steht so für die Verwirklichung der europäischen Einheit, wie Du lieber Martin“, so begrüßte der Würzburger SPD-Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal seinen Genossen Martin Schulz in der Posthalle. Rosenthal hatte den ehemaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments zur Wahlkampfunterstützung nach Würzburg eingeladen. Und dieser sagte sofort zu: „Georg und ich haben eines gemeinsam. Wir brennen für Europa!“, erklärte Schulz. Rosenthal setze sich im Europaausschuss des Landtags für eine enge Verzahnung der politischen Ebenen ein. „Bayern profitiert massiv von der Europäischen Union, das müssen wir den Menschen klar machen. Europa braucht uns jetzt genauso wie wir Europa brauchen. Europa braucht ein starkes, europäisches Bayern“, so Rosenthal.

Freilich ging es in der Posthalle also um das Thema Europa. Schulz motivierte die Würzburger Genossen für den Endspurt des Landtagswahlkampfes, denn dabei ginge es auch um die Zukunft der EU. Populisten und Rechtsextremisten seinen auf dem Vormarsch, auch im Freistaat. „Das ist Gift für die gute Nachbarschaft in einem friedlichen Europa. Dass Europa derzeit auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wird, ist offensichtlich. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, der Brexit, nationalistische Strömungen und die Herausforderungen durch die Menschen, die nach Europa geflüchtet sind, fordern uns derzeit stark. Gerade darum gibt es für uns kein Zögern oder Hadern. Wir Sozialdemokraten kämpfen für eine europäische Zukunft und für eine starke EU“, so Schulz. Die Sozialdemokratie stehe seit jeher für ein friedliches Zusammenleben und gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilen des Kontinents. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass AfD und Co. versuchen, die Menschen in Europa gegeneinander auszuspielen. Die SPD muss auch in Zukunft ein starkes Bollwerk gegen den Faschismus bleiben“, mahnte Schulz und erhielt dafür von den Gästen in der Posthalle viel Applaus. Vor allem viele junge Menschen waren gekommen, um sich die Rede von Martin Schulz anzuhören. Während der 45-minütigen Rede herrschte im Saal gebannte Stille. Umfragen zeigen steigende Zustimmungswerte zur europäischen Staatengemeinschaft. Trotz aller Probleme sind die meisten Menschen in Bayern froh über den erreichten Frieden und Wohlstand.

„Europa ist gelebte, gute Nachbarschaft. Europa stärkt unsere Wirtschaft. Europa bedeutet für uns die Chance, gemeinsam in eine gute Zukunft zu ziehen. Weltweit erfährt das Projekt Europa große Bewunderung“, bekräftigte auch Rosenthal. Er werde oft gefragt, warum er im Landtagswahlkampf über Europa spricht. Es ginge doch schließlich um Bayern. „Auch im Landtag können wir Einfluss auf die Entscheidungen in Brüssel nehmen. Europapolitik wird nicht nur dort gemacht, sondern auch in Berlin und München. In Bayern hängt jeder zweite Arbeitsplatz am Export - vor allem dem innerhalb Europas“, so Rosenthal.

Gemeinsam forderten Schulz und Rosenthal die Umsetzung der europäischen Sozialunion: „Deshalb fordern wir europaweite soziale Standards, faire Löhne und Schutzrechte für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“.

Bilder: Bettina Dempewolf